Internationale Föderation von Wirkerei- und Strickerei-Fachleuten e. V
International Federation of Knitting Technologists

Events / Veranstaltungen

Knitting Conference, Ciechocinek 21-23. September
organized by Department of Knitting Technology at the Lodz University of Technology and Polish Textile Association in Ciechocinek, Poland
Programme in pdf Conference Programm 2017_21-23
Application form in docx Application form EN 2017_21-23

Tagung der Sektion Schweiz "60 Jahre Internationale Föderation von Wirkerei- und Strickerei-Fachleuten" am 11.11.2016
Aus Anlaß ihrer Gründung hatte die Landessektion Schweiz am 11. November 2016 zu einer Jubuläumsfeier nach Appenzell eingeladen.
Die Maschenfachleute aus der Schweiz, Deutschland und Österreich erkannten vor 60 Jahren, daß die Maschenfertigung in Zukunft innerhalb der Textilindustrie erheblich an Bedeutung gewinnen wird und daß sich in Verbindung mit neuen Chemiefasern und entwickelter Maschinentechnik erweiterte Einsatzgebiete im Bereich der Bekleidung und technischer Textilien für die Masche ergeben. Diese Tatsache brachte es mit sich, daß sich Maschentechnologen und Ingenieure der Länder immer wieder zum Erfahrungsaustausch trafen. So lag es nahe, diesen losen Kontakten einen geordneten Rahmen zu verleihen und eine eigene Organisation zu gründen, der sich bald andere Länder anschlossen. Die IFWS verstand es von Beginn an, Betriebsleiter, Techniker, Ingenieure, Maschinenbauer, aber auch die Ausbildung, Forschungsinstitute, Garnhersteller und Ausrüster der Maschenindustrie für einem fruchtbringenden Erfahrungsaustausch zu aktivieren. Trotz Internet wird auch in Zukunft der persönliche Erfahrungsaustausch ein wichtiges Standbein für eine erfolgreiche Tätigkeit der künftigen "Maschengeneration" sein.
Seit 1956 fanden 48 Internationale Kongresse statt. Dazu kamen in den einzelnen Mitgliedsländern jährliche Mitgliedertreffen, meist mit Fachvorträgen und interessanten Betriebsbesuchen.
Gegenwärtig arbeiten in der IFWS internationel 17 Nationen mit, die Gesamtmitgliederzahl beträgt 22.
Den fachlichen Auftakt der Jubiläumsveranstaltung bildete die Besichtigung der Tisca Tischhauser + Co AG in Bühler. Der Komplettanbieter hochwertiger Textilien für Innen und Außen produziert in der Schweiz textile Bodenbeläge, Gardinen, Möbel- und Dekostoffe für den Wohn-, Objekt- und Transportbereich sowie Sportbeläge. Die Teilnehmer konnten sich direkt informieren, wie viel Wissen, Können und Erfahrungen der 400 Mitarbeiter in den Produkten stecken.
Der Besuch einer Brauerei und das festliche Abendessen wurden dann von jung und alt intensiv zum Erfahrungsaustausch genutzt, über Neuheiten zu diskutieren und über die Zukunft der Masche zu fachsimpeln.
Christel Seidel

Mitgliederversammlung und Fachtagung der Sektion Deutschland 2016
Sie fand am am 5./6. September 2016 in Dresden statt.

Vorträge
1. Gewirketechnologie und Entwicklungen am Institut für Textilmaschinen (ITM). Dr. Gerald Hoffmann. ITM/TU Dresden
Dr. Hoffmann stellte zuerst die TU Dresden vor. Es studieren zur Zeit 37.000 Studenten, davon 71 auf dem Gebiet des Textilmaschinenbaus, sowie der Textil- und Konfektionstechnik. Seit dem Jahr 2014 erfolgte am ITM die Neugesteltung einer umfassenden Forschungskompetenz entlang der gesamten textilen Prozesskette. Weiterhimn wird den Studierenden des Diplom-Studiengangs an der Fakultät Maschinenwesen eine neue Studienrichtung mit mit der Spezialisierung Textilmaschinenbau angeboten. Die Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Entwicklungen neuer Technik von der Faser bis zum Produkt.
Er berichtete über laufende Forschungsvorhaben im Bereich Kettenwirktechnik. Zur Verfügung stehen die Maschinen Copcentra und die Raschelmaschine RP DG506DPLM. Die zu lösenden Aufgaben sind die Verbesserung der Fadenspannelemente, die Reduzierung von Standreihen und das Breithalten der Ware. Entwickelt werden Abstandsgewirke für Verbundrohre und Leichtbaupaneele, ein System für variablen Langschusseintrag für die Sitzheizung und das Trennen der Schusslegung von der Maschenbildung.

2. Innovative endkonturgerechteVerstärkungshalbzeuge für Composite-Anwendungen auf Basis Flachstricktechnik.
Dr. Wolfgang Trümper ITM/TU Dresden
Die neuesten Entwicklungen bei Flachstrickmaschinen erlauben die Herstellung von 3-D-Gestricken beliebiger Form. Verbundstrukturen sollen die Nachbearbeitung minimieren, Abfall senken und Bauteile preiswerter erarbeiten sowie eine Prozessverkürzung bewirken. Produkte sind Schuhoberteile, Kugelformen und Kompressionsteile, Preforms für Motorradfelgen, Rohrleitungen für Abwasser und im Flugzeugbau. Ein weiteres Feld ist die Integration von Sensoren als Schuss in der Gestrickfläche. Mit neuen Technologien konnten in den letzten Jahren immer mehr nicht textile Eigenschaften auf traditionelle Erzeugnisse übertragen werden und es ist in Zukunft nocht viel Entwicklungspotenzial vorhanden.

3. Innovationen im Fokus auf Kettenwirkmaschinen.
Dipl.-Ing. Michael Kieren, Karl Mayer Textilmaschinenfabrik GmbH, Obertshausen
Im nächsten Jahr besteht das Unternehmen 80 Jahre. Mit über 2.600 Mitarbeitern werden Maschinen für die Herstellung von Gewirken, technischen Textilien und die Kettvorbereitung entwickelt und gebaut. Ein neues elektronisches Steuerungskonzept Kamcos 2 für alle Maschinen von Karl Mayer garantiert eine optimale Fadenüberwachung, eine Kameraüberwachung für die Gewirkebahn sowie vielseitige Musterungen. Das neue Kamerasystem für die Warenüberwachung hat eine 100-prozentige Sicherheit im Erkennen von Fehlern. Gleichzeitig wurde der Energiebedarf gesenkt. Als erste Maschine wurde die HKS2-SE damit ausgerüstet. Sie ist mit 4.400 U/min die schnellste Kettenwirkmaschine der Welt und produziert elastische Gewirke.
Die Spitzenraschelmaschine MLF 46/24 hat 242 Zoll Breite und 42 Barren. Ihre Besonderheit ist die Fertigung von Borten mit festem Abschluß. Plastische Spitzen und exklusive Spitzenbänder lassen sich wirtschaftlich auf dem Modell TL79/1/16 herstellen.

4. Fiberknit-Technologie CORIZON.
Michael Lau, Terrot GmbH, Chemnitz
Diese Technologie ist eine innovative Lösung zur Zusammenführung der getrennten Prozesse Spinnen und Stricken unmittelbar vor der Maschenbildung. Zwei Flyerlunten werden der Rundstrickmaschine von einer separat stehenden Spinneinheit zugeführt. Dabei wird ein Kernfilament mit den Fasern der Flyerlunten umsponnen. Mit dem Verfahren lassen sich weiche, glatte, Form bewahrende, aber auch elastische Gestricke fertigen.

Besichtigungen
1.Technikum des ITM
Das Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungs-werkstofftechnik (ITM) der TU Dresden ist eine wirtschaftsnahe Lehr- und Forschungseinrichtung. Sein Technikum verfügt über eine umfassende Maschinentechnik entlang der gesamten textilen Prozesskette, u.a. über verschieden Web-, Strick- und Wirkmaschinen zur Fertigung von 2D- und 3D-textilen Strukturen mit den Möglichkeiten einer Integration von Funktionen für verschiedene Hightech-Anwendungen. Ein Schwerpunkt sind textile Verstärkungsstrukturen als Bewehrungen im Betonbau. Es wurde bereits vom Deutschen Institut für Bautechnik als Baustoff für eine Verstärkung von Betonbauten zugelassen. Das Element einer Betonbrücke konnte besichtigt werden. In einem klimatisierten Raum werden Langzeit-Zugversuche für diese Strukturen durchgeführt.

2. Maschinenhalle Dresden-Dobritz des ITM
In den Denkmal geschützten Gebäuden der Dresdner Gardinen- und Spitzenmanufaktur Dresden befinden sich weitere Versuchsanlagen des ITM. Im Mittelpunkt steht eine Schmelzspinn-Versuchsanlage mit zwei Extrudern zur Herstellung von Karbon-Faserstoffen mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Für die Entwicklung und Fertigung von Multiaxialgelegen und Faserkunststoffverbunde gab es eine moderne Malitronic-Anlage.
Erklärt wurde eine multifunktionale Beschichtungs- und Ausrüstungsanlage mit integrierter Atmosphärendruck-Plasmaeinheit zur Entwicklung hochfunktioneller Grenzflächen biegeschlaffer Materialien.

3. Dresdner Gardinen- und Spitzenmanufaktur M. & S. Schröder GmbH & Co. KG
Bereits 1884 wurde die Manufaktur in Dresden gegründet und entwickelte sich bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zum weltgrößten Konzern für Gardinen- und Spitzen mit Niederlassungen in den USA und Polen. Nach wechselvollen Jahren übernahm 1995 Manfred Schröder, Dresden das Unternehmen sowie die unter Denkmalschutz stehenden, im Jugendstil erbauten Fabrikgebäude. In den letzten 20 Jahren wurden in dem vollstufigen Betrieb (Schären, Wirken, Färben/Ausrüsten, Zäckeln, Endaufmachung) fast der gesamte Maschinenpark erneuert. Eine eigene Instandhaltung wartet die Maschinen. Durch gute Materialvorbereitung in der neuen Schärerei konnten Laufzeit und der Nutzungsgrad der Wirkmaschinen erhöht werden. Heute produziert die Manufaktur auf hochmodernen Kettenwirkmaschinen elastische und unelastisch (20%) Spitzen sowie Bänder für Nacht- und Unterwäsche, DOB und Strümpfe. Neben der eigenen modischen Kollektion werden noch geschützte Muster für die insgesamt 500 Kunden gefertigt. Als neues Standbein wird an der Entwicklung von technischen Textilien gearbeitet, z.B. flammhemmende und antistatische Ausrüstung. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter, die in 3 Schichten tätig sind, beträgt 40 Jahre. Mit der eigenen Berufausbilung wird für den Nachwuchs gesorgt.

Danksagung
Der Vorstand der Landessektion Deutschland bedankt sich bei den Referenten und den Firmen sehr herzlich für ihre wertvollen und interessanten Beiträge zum Gelingen unserer Tagung und dem ITM der TU Dresden für die wertvolle Hilfe bei der Organisation der Tagung und der Bereitstellung des Tagungsraumes.


48th International IFKT Congress 8-11 June 2016 in Mönchengladbach, Germany



With a vivid program and many discussions the international congress with the programme “Future Generation” activated young and experienced experts from all over the world. 225 participants from 15 nations and 4 continents participated in the “Textile City” – Mönchengladbach - following 45 speeches in 7 sections and 11 workshops in the modus of open spaces during the first two days. During the third day the VDTF members’ conference took place in Cologne. Especially the key note speakers gave opportunities to think outside the box. The dense speakers’ program during the first day offered manifold scientific and practical inspiration for discussion about the knitting technology and design.

Der internationale Kongress „Future Generation“ zeigte belebtes Programm mit vielen Gästen aus aller Welt. Insgesamt nahmen 225 Teilnehmer aus 15 Nationen und 4 Kontinenten in der „Textile City“ am Programm „Future Generation“ in der Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach teil. Mit 45 Vorträgen in 7 Sektionen und 11 Workshops in der Form des Open Spaces Konzepts wurden die ersten beiden Tage sehr abwechslungsreich und inspirierend gestaltet. Am dritten Tag kam die Mitgliedertagung des VDTF in Köln hinzu. Insbesondere die über den Tellerrand hinaus schauenden Plenarredner boten viele Anregungen zur Diskussion. Das dichte Vortragsprogramm am ersten Tag lieferte den Teilnehmern ein mannigfaltiges Angebot an Zukunftsthemen um die Wirkerei- und Strickerei-Technologie und –Design.

Mitgliederversammlung und Fachtagung der Sektion Deutschland/Österreich/Schweiz 2015
Sie fand am 18. und 19. Juni 2015 in Lenzing/Österreich statt.
Die Mitgliederversammlungen fanden am Abend des 18.6. separat in den Sektionen Deutschland/Österreich/Schweiz statt. Ein gelungenes gemeinsames Tagungs- und Besichtigungsprogramm wurde durch die österreichische Sektion mit Besuch der Lenzing AG vorbereitet

Begrüssung der Mitglieder und Gäste und Vorstellung der LENZING AG durch Herrn Andreas Dorner (LENZING AG)
Fachvortrag Absolventen der HTL Dornbirn – „ARBEITSBEKLEIDUNG AUS NACHWACHSENDEN ROHSTOFFEN“
Fachvortrag „TENCEL IN KNITS“ LENZING AG – Herr Ing. Andreas Gürtler (LENZING AG)
Fachvortrag „TENCEL DYE2 PROCESSING“ - Frau Karin Kämpf (LENZING AG)
Fachvortrag „ZUKUNFTSPERSPEKTIVE – FÜR SMART TEXTILES“ Herr Günter Grabher (Grabher Group)
Betriebsbesichtigung LENZING AG (vom Holz zur Faser)
Abendessen im Hotel „ATTERSEE“ in Seewalchen
Tagungsbericht 2015


Die Internationale Föderation von Wirkerei- und Strickerei-Fachleuten betrauert den Tod von Frau Dr.-Ing. Eva Lesyková, die in Brünn am 8.Juli 2015 im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Frau Dr. Lesyková war am Textilforschungsinstitut in Brünn tätig und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Sektion Tschechoslowakei. Sie war deren Sekretärin bis Mitte der 90er-Jahre. Frau Dr. Lesyková war ein Multisprachtalent und bei vielen Internationalen Kongressen der IFWS als fachkundige Übersetzerin tätig. In Anerkennung Ihrer Verdienste um die IFWS wurde ihr anlässlich des 34. Internationalen Kongresses 1991 in Brünn die Würde einer Ehrenpräsidentin verliehen.

The International Federation of Knitting Technologists mourns the demise of Dr.-Ing. Eva Lesyková, who died in Brünn on 8. July 2015 at the age of 94. Dr. Lesyková worked at the Textile Research Institute in Brünn and belonged to the founder members of the National Section Czechoslovakia. She was its secretary till the midst of the nineties. Dr. Lesyková was a multilingual talent and was active as a competent translator during many congresses of the IFKT. In recognition of her credits she was conferred the post of Honorary President on the occasion of the 34th International Congress 1991 in Brünn.




47th International Congress IFKT
The 47th International Congress IFKT was held during 25.-26. September 2014 in Cesme/Turkey together with EGEMEDITEX and chaired by its President Prof. Dr. Arzu Marmarali. The congress had more than 150 participants from 12 different countries. The scientific programme with 27 oral and 15 poster presentations in the fields of research, design, technology, simulation, quality, testing and education gave fruitful discussion and exchange. Many thanks and congratulations to the organizing committee and all helpers around. Special thanks also for the hospitality in the gala dinner and tour programm to Ephesos and surroundings. During the General Assembly of IFKT it was decided to hold the next IFKT Congress 2016 in Mönchengladbach/Germany.

Der 47. Internationale IFKT Kongress fand vom 25.-26. September 2014 in Cesme/Türkei gemeinsam mit der EGEMEDITEX Tagung statt. Den Vorsitz hatte die Tagungspräsidentin Prof. Dr. Arzu Marmarali. Am Kongress nahmen über 150 Teilnehmer aus 12 verschiedenen Ländern teil. Das wissenschaftliche Tagungsprogramm mit 27 Vorträgen und 15 Postern aus den Bereichen Forschung, Design, Technologie, Simulation, Qualität, Prüfverfahren und Lehre gab viel Anlass zum Gedankenaustausch. Ein besonderer Dank gilt den Tagungsorganisatoren für die Gastfreundschaft nicht nur beim Gala-Dinner und Ausflugsprogramm nach Ephesos und Umgebung. Während der Generalversammlung der IFKT wurde Mönchengladbach/Deutschland als nächster Tagungsort für 2016 festgelegt.



Mitgliederversammlung und Fachtagung der Sektion Deutschland 2014
Sie fand am 23. und 24. Juni 2014 in Münchberg statt.
Sie finden den Bericht über die Mitgliedertagung unter "Addresses>D>Mitgliedertagung 2014"

Vorträge und Präsentationen
Der Vorsitzende, Herr Dipl.-Ing. Reinhard Helbig, begrüßte die inzwischen neu hinzu gekommenen Mitglieder, Gäste und Referenten.

Technische Garne (auch Carbongarne) für Technische Textilien
Referent: Herr Robert Grüneberg, Firma Gruschwitz GmbH Tech-Twists, 88299 Leutkirch

Die Firma Gruschwitz wurde 1815 gegründet und feiert nächstes Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Sie ist ein Spezialist für Zwirnen, Spulen und Beschichten.
Der Umsatz beträgt pro Jahr 28 Mio € mit einem Exportanteil von 20%.
Die Firma besitzt ein eigenes Technikum mit Labor, um spezielle Anforderungen der Kunden hinsichtlich Qualität und Flexibilität befriedigen zu können.
Verarbeitet werden Filament-, Monofilament-, Multifilament- und Stapelfasergarne gerissen mit Querschnitt rund, hohl oder formatiert. Der Titerbereich reicht von 10 - 2000 dtex.
Die Kundenanforderungen für technische Garne sind sehr vielfältig. Mechanische, thermische, chemische, elektrische, optische und akustische Eigenschaften werden neben einem günstigen Preis gefordert. Innovative Garne bringen oft Probleme in der Weiterverarbeitung.
Der Referent stellte dann verschiedene Markengarne, auch Carbonfasern, mit ihren Eigenschaften vor und erläuterte auch mögliche Probleme bei der Weiterverarbeitung auf Textilmaschinen.

Vario Stitch und Multi Compact Fabric - 2 Innovationen der Firma Karl Mayer LIBA Maschinenfabrik, 95119 Naila.
Referent: Herr Dipl.-Ing.(FH) Stephan Fichtner, Firma Karl Mayer LIBA Maschinenfabrik, 95119 Naila

Herr Fichtner, im Nebenamt Stadtrat in Münchberg, überbrachte die Grüße der Stadt und des Oberbürgermeisters.
Die Firma LIBA wurde am 1.1.2014 von der Firma Karl Mayer mehr- heitlich übernommen. Sie beschäftigt in Naila 330 Mitarbeiter, davon 50 in Forschung und Labor. Weltweit sind es 360 Mitarbeiter und man hat in den USA eine Niederlassung für den Service und Verkauf.
Die Firma baut seit 1983 Multiaxialmaschinen und seit 1987 elektronische Steuerungen.
Neuentwicklungen sind die Copcentra MAX 4 CNC und Copcentra MAX 5 CNC mit Lege- und Nadelbarren aus Carbonfasern. Multiaxiale Strukturen können mit Faden- oder Tapegelegen erzeugt werden. Dabei sind alle Winkel von + bis - 20 Grad möglich. Da es beim Legen keine Fadenkreuzungen gibt, kann die Festigkeit der Fasern voll ausgenützt werden, was beim Einsatz von Carbon eine sehr hohe Festigkeit ergibt.
Die MAX 4 ist für die Verarbeitung von Fadengebilden ausgelegt und die MAX 5 für die Verarbeitung von offline- oder online-gespreizten Carbon-Tapes. Die Arbeitsbreite der Maschinen ist 100".
Beim Arbeiten mit sich im Winkel kreuzenden Fadengelegen ergibt sich eine Selbsttragefunktion der Gelege vor dem Einbringen in die Wirk- werkzeuge. Liba kann mit seinem Maschinenprogramm Produkte für alle Tech-Tex-Bereiche abdecken.

Carbon Composite Baustoffe
Referent: Herr Dipl.-Ing. Steffen Rittner, TU Dresden, Institut für Textilmaschinen und Textile Hochleistungsbaustoffe (ITM) Fachgruppe Multiaxialgelege und Textiles Bauen, 0162 Dresden

Textiles Bauen, insbesondere Textilbeton und Betonbewehrung sind Schwerpunkte im Einsatz von Multiaxialgelegen. Die bisherigen Anwendungen wurden durchgeführt, um Stahlbeton zu schützen, Stahlbewehrungen nachträglich zu verstärken und Risse an Fassaden zu reparieren.
Der Beton musste speziell entwickelt werden, um die Textilmatrix und auch alle Fibrillen voll zu umschließen und um die volle Festigkeit zu erreichen.
Die Schlichte des Garns und die nachträgliche Beschichtung der Matrix müssen harmonieren, um alle Fibrillen durch den Beton voll zu umschließen.
Bisherige Pilotprojekte sind die Verstärkung einer Tonnenschale an der FH Zwickau und die nachträgliche Verstärkung eines Zuckersilos von innen in Uelzen.
Neubauten mit Textilbeton sind eine Brücke anläßlich der Gartenschau in Oschatz und eine Fußgängerbrücke in Albstadt.
Textilbeton hat für bestimmte Anwendungen inzwischen eine amtliche Zulassung erhalten. Dabei müssen strenge Auflagen für den Garnhersteller, den Matrixproduzenten und den Betonlieferanten eingehalten werden und es sind bisher nur bestimmte Firmen zugelassen im TUDALIT(R) Markenverband.

Besichtigungen

1. Firma Karl Mayer LIBA Maschinenfabrik, 95119 Naila
Die Besichtigung in 2 Gruppen führte durch die Räume und Labors für die Ausbildung der Kunden und den Ausstellungsraum, wo eine Vielzahl von Produkten ausgestellt waren, die auf Copcentra-Maschinen der Firma hergestellt wurden.
Im Entwicklungs- und Versuchslabor konnten die Multiaxial-Anlagen Copcentra MAX 4 CNC und MAX 5 CNC in Betrieb beobachtet werden. Als Vorlage für die Schusseinrichtung dienten sowohl Carbon online-gespreizte Fäden als auch Carbon-Tapes.

2. Hochschule Münchberg
Der Campus Münchberg der Hochschule Hof wurde 1854 als Webschule gegründet. Herr Prof. Lottes gab eine kurze Übersicht über die Entwicklung der Textilausbildung in Münchberg.
Der Textilbereich ist heute ein Teil der Fakultät Ingenieurwissenschaften mit den Studiengängen Innovative Textilien, Textildesign und dem Master-Studiengang Verbundstoffe.
Auf dem Campus ist historisch bedingt auch das Staatliche berufliche Schulzentrum für Textil und Bekleidung Münchberg-Naila angesiedelt. Herr Studiendirektor Rücker gab eine kurze Übersicht über die 2-jährigen Lehrgänge zum Staatlich geprüftenT extiltechniker, die in den Sparten Weberei, Masche. Veredlung, Vliesstoff und Prüftechnik angeboten werden. Der praktische Teil der Ausbildung erfolgt in den Labors der Hochschule.
Die Führung in 2 Gruppen durch Herrn Prof. Lottes und Herrn Dr. Wend durch die Labors und Technika im Bereich Maschentechnologie, Weberei- und Vliesstoff-Technologie, Webgestaltung, Druckgestaltung, Chemie, Textilveredlung, Siebdruckmasken und Prüftechnik zeigte moderne Anlagen, um die Studenten mit dem neuesten Stand der Technologie bekannt zu machen. Wie Herr Dr. Wend mitteilte, nimmt man in der Prüftechnik für Hochleistungsfasern in Deutschland eine Sonderstellung ein.

3. Firma Neutex Betriebs Gmbh, 9513 Münchberg
Die Firma ist ein vollstufiger Betrieb mit Weberei und Ausrüstung in Münchberg und Konfektion in Rumänien. Gefertigt werden Gardinen und Dekostoffe nach Kundenwunsch fertig konfektioniert. Als zweites Standbein will man in Zukunft auch technische Gewebe herstellen.
Die Firma hat 180 Beschäftigte, davon 120 in der Produktion. Für die Produktion der qualitativ sehr hochwertigen Produkte braucht man gut ausgebildetes Personal, was in Zukunft immer schwieriger wird. Dies gilt vor allem auch für die Gewinnung von Auszubildenden, weil Textil leider bei den Berufswünschen junger Leute nicht an erster Stelle steht. Man hat zurzeit drei Auszubildende und sucht drei weitere.
In der Produktion arbeiten 98 Webmaschinen der belgischen Firma Picanol, davon 70% Jacquardmaschinen im 3-Schichtbetrieb. Direkt hinter jeder Webmaschine läuft das Gewebe über einen beleuchteten Schirm, sodaß jeder Fehler im Vorbeilaufen sofort erkannt werden kann. Die Überwachung der Maschinen erfolgt durch 4 Weber pro Schicht.
85% der verarbeiteten Garne sind Polyester, der Rest ist Baumwolle und andere.
Man hat 200 verschiedene Garnmaterialien in 130 verschiedenen Farbtönen. In der Färberei können sowohl Garne als auch Fertigware in verschiedenen Partiegrößen gefärbt werden.
Die kurzfristige Lieferfähigkeit ist mit 240.000 m Vorware im Lager gewährleistet. In Rumänien werden pro Jahr 1 Million fertig konfektionierte Teile hergestellt.
Ökologisch bedeutsam ist die gut ausgebaute Wärmerückgewinnung aus den Abwässern der Färbereianlagen und die Kühlung der Abwässer vor der Einleitung in das öffentliche Abwassernetz.

Danksagung
Der Vorstand der Landessektion Deutschland bedankt sich bei den Referenten und den Firmen sehr herzlich für ihre wervollen und interessanten Beiträge zum Gelingen unserer Tagung. Der besondere Dank gilt Herrn Dipl.-Ing.(FH) Stephan Fichtner von der Firma Liba und Herrn Prof. Oliver Lottes von der Hochschule Münchberg, die uns bei der Planung der Tagung sehr behilflich waren.
3. Juli 2014 Schäch


Gemeinsame Herbsttagung der IFWS Deutschland, Österreich und der Schweiz am 14./15. November 2013 in Vorarlberg.

Den Tag der Offenen Tür der HTL Dornbirn am 14./15. November 2013 nahm die IFWS-Sektion Österreich zum Anlass, eine Tagung der IFWS mit Betriebsbesichtigung und Vorträgen zu veranstalten.
Die Tagung wurde hervorragend organisiert von den Herren Oskar Tschallener und Andreas Hämmerle.

Den Anfang der Tagung machte die Besichtigung der Firma Alge Elastic in Lustenau.
Die Firma fertigt auf modernsten Webmaschinen und Häkelgalon- maschinen der Firmen Müller-Frick und Comez Bandtextilien mit angepasster Elastizität für Wäsche, technische Textilien, Sport, Medizintechnik und andere Einsatzgebiete.
Die zunehmende Nachfrage in den letzten Jahren machte den Bau einer neuen Halle notwendig, die 2012 bezogen wurde. Die Firma hat 180 Mitarbeiter, davon 20 in der Verwaltung. Der geschäftsführende Gesellschafter, Herr Hanno Alge, führte eine der drei Gruppen durch die Produktion. Bemerkenswert war, daß Herr Alge alle Mitarbeiter mit Namen begrüßte, ein Zeichen für ein gutes Betriebsklima. Der Rundgang zeigte eine funktionelle und großzügige saubere Anordnung der Produktionseinheiten. Der Betrieb ist zertifiziert, eine zwingende Voraussetzung als Lieferant für die Automobil- und Flugzeugindustrie.

In der Abendveranstaltung an der HTL Dornbirn gab der Direktor Herbert Hug eine Übersicht über die HTL. Zurzeit werden über 1000 Schüler/Studenten in 55 unterschiedlichen Kursen ausgebildet und in enger Zusammenarbeit mit der Industrie und Wirtschaft ist das Lehrangebot praxisorientiert. Drei ehemalige Absolvent(inn)en berichteten über ihren beruflichen Werdegang mehrere Jahre nach ihrem Abschluß an der HTL Dornbirn. Hervorgehoben wurden die Praktika in Wirtschaft und Industrie während der Ausbildung, die oft der Türöffner für die spätere Anstellung waren.
In einer hinreißenden Modenschau zeigten die Studentinnen der Textildesign- und Bekleidungstechnik-Kurse Kleider ihrer kreativen Arbeiten während der Ausbildung. Bemerkenswert war, dass viele modische und direkt tragbare Modelle vorgeführt wurden. Ein tosender Applaus der Zuschauer in dem vollbestzten Foyer der HTL war die Anerkennung der außergewöhnlichen Darbietung durch die Studenten und für die vielen Mitarbeiter im Hintergrund, ohne die ein solches "Event" nicht möglich wäre.

Die Fachtagung der IFWS fand am 15.11.2013 vormittags im Hotel Schiffle in Hohenems statt.
Herr Andreas Hämmerle begrüßte die Anwesenden und freute sich, dass sich kurzfristig doch noch genügend Personen für die Tagung angemeldet haben.
Prof Schäch überbrachte die Grüße des beruflich verhinderten Internationalen Sekretärs, Herr Prof. Dr. Weber, und berichtete über die internationalen Aktivitäten. Nach dem Ausscheiden von Herrn Benz aus dem Vorstand der Sektion Schweiz mussten die Verantwortlichkeiten neu geregelt werden. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen, weil es dazu der Zustimmung der Generalversammlung bedarf. Der Sitz kann an der STF in Wattwil bleiben, weil wir inzwischen mit Herrn Hälker wieder ein Mitglied der IFWS im Lehrkörper der Schule haben. Prof. Schäch teilt die bis jetzt bekannten Infos über den 47. Internationalen Kongress vom 25. - 27. September 2014 in Izmir/Türkei mit.

Vorträge

Herr Bernd Schleuchardt, bei der Firma Lenzing AG zuständig für die interne Kollektion für Tencel- und Modalfasern, berichtete über neue Faserideen für modische und technische Textilien im Allgemeinen und für Strickwaren im Besonderen.
Das Kerngeschäft von Lenzing sind Fasern mit einem Umsatz von 2 Milliarden Euro und einem Exportanteil von 91 %. Weltweit werden in den insgesamt 8 Produktionsstätten 7033 Personen beschäftigt.
Grundstoff für Tencel ist Eukalyptusholz, das aus Südafrika eingeführt wird. Zellstoff wird aus Buchenholz aus der Region gewonnen.
Tencel ist kompostierbar und damit umweltschonend. Mischungen 50/50 mit Wolle sind sehr gut. Gegenüber anderen Fasern wie Nylon, PES oder Baumwolle begünstigt Tencel am geringsten das Bakterienwachstum. Die Färbung benötigt weniger Wasser als Baumwolle oder Modalfaser. Alle Jeans-Hersteller haben im Stoff Tencel-Anteile wegen der guten Elastizität.
Zukünftige Anwendungen sind Funktionswäsche, Sportschuhe, Mittelkonsolen im Auto, Zumischung als Pulver bei Verputzen auf Schaumstoff, Schnüre für Bürostühle wegen hoher Scheuerfestigkeit, Schnüre (kompostierbar) im Hopfenanbau statt Stahldrähten.
Der steigenden Nachfrage wird eine neue Produktionsstätte (Jumbo-Line) mit 64.000 Jahrestonnen gerecht, die Mitte 2014 in Betrieb geht.

Katharina Buhri und Janine Breuss, Studentinnen der HTL Dornbirn, berichteten unter dem Motto "Wie spannend ist die Textile Ausbildung?" über ihre Projektarbeit ELEKTROSMOG und die textilen Möglichkeite der Abschirmung.
In einer kurzen Zusammenfassung gaben sie einen Einblick über die verschiedenen Erscheinungsformen des Elektrosmog und die gegen- seitige Einwirkung auf Geräte und Organismen. Dabei ist die Frage "schädlich" oder "unschädlich" auch von der Wissenschaft noch nicht geklärt.

Herr Ing. Werner Erhart gab mit dem Thema "Zurück in die Zukunft - ein Textiler schaut über den Tellerrand" kritische Anmerkungen zur derzeitigen Wirtschaftspolitik. Gesellschaft und Ethik in der Wirtschaft. Es geht allen wohl zu gut, und deshalb nimmt der Bürger alle von der Politik nach der Wahl beschlossenen Schulden klaglos hin. In keiner Branche werden soviele Fehlprognosen erstellt wie in der Wirtschaft. Neue Schulden dienen dazu, um alte zu bezahlen.
Wo steht die Gesellschaft heute? Geld steht über Hilfe, Selbstver- wirklichung hat Priorität, Kinder sind ein Luxusgut und ein Störfaktor. Wohlstand hat mit Lebensqualität nichts zu tun.
Über die Zukunft entscheidet die Demografie und hier liegt die Weiterentwicklung als Chance. Überkapazitäten müssen abgebaut werden. Das strategische Ziel muss sein, das Grundbedürfnis zu befriedigen und die Entwicklung vom Hersteller- zum Bedürnis- spezialisten und von der Produktionsfabrik zur Denkfabrik. Die Zukunft wird entschieden durch Wachstum des Humanismus gegenüber dem Egoismus.

Tag der Offenen Tür
Einige Teilnehmer nahmen die Gelegenheit wahr, am Nachmittag die HTL und insbesondere die textilen Labors zu besichtigen.

Danksagung
Wir bedanken uns bei den Organisatoren der Tagung, Herrn Oskar Tschallener und Herrn Andreas Hämmerle sehr herzlich für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung, bedanken uns auch für die bisherige harmonische Zusammenarbeit und wünschen der IFWS-Sektion für die Zukunft weiterhin Erfolg.
23.11.2013 Schäch



Mitgliederversammlung und Fachtagung der Sektion Deutschland 2013
Sie fand am 27. und 28. Mai 2013 in Gera statt.
Sie finden den Bericht über die Mitgliedertagung unter "Addresses > D > Mitgliedertagung 2013"

Vorträge und Präsentationen
Der Vorsitzende, Herr Dipl.-Ing. Reinhard Helbig begrüßte die inzwischen neu hinzu gekommenen Mitglieder, Gäste und Referenten.

1. Entwicklung eines therapeutischen Reizstrombodys zur Revitalisierung von Muskel-Skelett-Systemen
Referentin: Frau Dr. Heike Illing-Günther, Sächsisches Textilforschungsinstitut Chemnitz

Bei der komplexen Aufgabenstellung sind 6 Partner aus unterschiedlichen Gebieten beteiligt. Es galt die Erzeugung von leitfähigen Flächen und hochleitfähigen Zuleitungen zu bewerkstelligen. Die Fläche selbst sollte elastisch, antibakteriell und gut konfektionierbar sein. Der Zweck dieses Bodys ist die Rehabilitation bei Sportlern und Langzeitkranken und die Aktivierung der Muskeln.

2. "warmX - aktiv beheizbate Unterwäsche"
Referent: Herr Gerald Rosner, Geschäftsführer der Firma strickchick GmbH, warmX Gmbh, Apolda

Diese spezielle Unterwäsche wurde entwickelt als Berufsbekleidung, als Gesundheitswäsche, für die Jagd und andere sportlichen Tätigkeiten im Outdoor-Bereich. Als Heizfäden dienen mäanderförmig eingebundene versilberte Fäden. Um galvanische Effekte (Elektrolyse) wegen der Schweißbildung zu vermeiden, arbeitet die Heizung mit Wechselstrom. Lithium-Zellen mit 7,5 Volt Spannung geben bei einstellbaren Leistungsstufen zwischen 2 und 17 Watt eine Betriebszeit von 3 - 6 Stunden.
Die zurzeit lieferbaren Produkte sind Basic Shirts, Neck-Shirts mit Nackenheizung, Outdoor-Shirts mit Nierenheizung und Strümpfe mit Fußheizung. Bei allen Produkten werden 50 Wäschen garantiert.

3. Neue Funktionen im 3-D-Gewirke - klettresistent oder mit definierten Dehnungszonen
Referent: Herr Dipl.-Ing. Dirk Zschenderlein, Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V., Greiz

Klettbänder können textile Oberflächen beschädigen, vor allem Abstandsgewirke, die heute in vielen Bereichen wie Sport, Freizeit, Medizin, Sicherheitstechnik, Auto und Industrie eingesetzt werden. Aufgabe war es, klettresistente Abstandsgewirke und klettfähige Oberflächen zu schaffen, die ein wiederholtes Haften und Lösen ohne Schaden überstehen. Die Prüfung erfolgt nach DIN EN 1414. Es wurden 180 Prüfungen mit 5 verschiedenen Klettgeometrien und 360 Zyklen durchgeführt. Vollkommene Klettresistenz wird dabei bei Monofilfäden an der Oberfläche und hoher Maschendichte erreicht.

4. Vorstellung der Firma Getzner, Textil Weberei GmbH, Gera
Referent: Herr Ralf Lechner

Die Firmen Getzner und Thorey sind die einzigen Firmen in einem großen historischen Industrieareal, in dem früher ca. 4000 Beschäftigte Modeartikel hergestellt haben. Heute arbeiten dort 150 Personen, wobei die Firma Getzner in Gera (seit 1997) 71 Mitarbeiter und 4 Auszubildende beschäftigt. Der Mutterkonzern von Getzner wurde 1818 gegründet und 1980 in eine AG umgewandelt. Das Hauptwerk ist in Bludenz/Vorarlberg und weitere 5 Betriebe gehören zur AG.
Im Werk Gera arbeiten 72 moderne Jacquard-Düsenwebmashinen von Dornier an 7 Tagen in der Woche rund um die Uhr. Es werden Bekleidungs-Damaste für Westafrika (ca. 4,5 Mio lfd. Meter pro Jahr) und Hemden- und Blusenstoffe hergestellt. Abnehmer sind u.a. Boss, Armani und Seidensticker. Die Hemdenstoffe werden an Kunden in 60 Länder geliefert. Eine Frühjahrs- und eine Herbstkollektion sorgen für modische Aktualität.

5. Vorstellung der Firma Thorey Gera Textilveredlung GmbH
Referent: Herr Andreas Ludwig

Der Ursprung der Firma liegt in Falkenstein im Jahre 1883. Nach 1945 zog die Firma nach Mering bei Augsburg und 1993 folgte die Gründung der Thorey Textilveredlung GmbH in Gera. Hier wurden Investitionen von 12,5 Mio Euro in neue Maschinen getätigt. Die Firma hat sich inzwischen zu einem großen Veredler von Heimtextilien entwickelt, seit 2006 auch für technische Textilien. Gewebe, Gewirke, Gestricke und Vliese können mit speziellen Eigenschaften wie flammhemmend, pflegeleicht, schmutzabweisend, antistatisch, hydrophob, geruchshemmend und vielen mehr versehen werden. Es werden 52 Mitarbeiter und 10 Auszubildende beschäftigt. Die Firma veredelt pro Jahr 17 - 20 Mio Quadratmeter bei Breiten von 80 - 360 cm und bei einem Exportanteil von 25%. Der Umsatz beträgt über 4 Mio Euro pro Jahr.

Besichtigungen

1. Firma Getzner, Textil Weberei GmbH, Gera
Das in die Jahre gekommene Industrieareal wurde saniert und baulich den Anforderungen an eine wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Fertigung angepaßt. Dazu zählen eine Optimierung des Druckluft- verbrauchs für die Webmaschinen und eine Wärme-Rückgewinnungs- anlage. Die dadurch erzielten Einsparungen pro Jahr betragen ca. 155.000 Euro.

2. Firma Thorey Gera Textilveredlung GmbH
Der Rundgang in Gruppen zeigte einen modernen Maschinenpark an Ausrüstungsmaschinen und einen durchdachten Warendurchlauf, um die Lohnaufträge der Kunden kurzfristig und termingerecht durchführen zu können.

3. Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V., Greiz
Das Institut ist 1992 aus verschiedenen wissenschaftlichen Zentren gegründet worden. Das Institut mit 67 Mitarebieter forscht und prüft nicht nur, sondern bietet für kleine und mittelständische Unternehmen auch die Entwicklung und Erprobung von Produkten und eine Kleinserienfertigung an. Die Forschungs-Schwerpunkte sind Smart Textiles, Oberflächen- funktionalisierung und flexible Materialien.
Zur Verfügung stehen 7 verschiedene Anlagen zum Färben, 5 Anlagen für Nassbehandlungsprozesse, 3 Anlagen zur Beschichtung und Kaschierung, 4 Anlagen zum Bedrucken und 5 weitere Anlagen zum Trocknen, Fixieren und Legen.

Danksagung
Der Vorstand der Landessektion Deutschland bedankt sich bei den Referenten und den Firmen sehr herzlich für ihre wertvollen und interessanten Beiträge zum Gelingen unserer Tagung.
12.7.2013 Schäch



46. Internationaler Kongress der IFWS verbunden mit der 14. Rumänischen Textil- und Lederkonferenz CORTEP 6. - 8. September 2012 in Sinaia/Rumänien

Der im 2-jährigen Rhytmus stattfindende Internationale Kongress der IFWS fand dieses Jahr in Sinaia/Rumänien statt. Die IFWS-Landessektion Rumänien mit Sitz an der "Gh. Asachi" Technischen Universität in Iasi hatte das Hotel Sinaia International im historischen Wintersport- und Ferienort Sinaia in den Südkarpaten als Tagungsort ausgewählt.

Die Präsidentin Frau Prof. Mirela Blaga konnte zu den beiden Veranstaltungen über 120 Teilnehmer aus 19 Ländern weltweit begrüßen.
Insgesamt wurden 7 Plenarvorträge, 69 Einzelvorträge und 88 Poster-Präsentationen angeboten. Das Zeitraster der Parallelvorträge war so ausgelegt, dass ein Wechsel zwischen den Vorträgen der beiden Tagungen möglich war und jeder Teilnehmer Vorträge nach seiner Interessenlage besuchen konnte. Dies war eine organisatorische Meisterleistung und verdient hohes Lob. Da sich auch die Referenten an das vorgegebene Zeitlimit hielten, kann man den Ablauf der Tagung fachlich und organisatorisch mit sehr gut bewerten.

Die Tagung war auch gleichzeitig die Jubiläumsveranstaltung für 60 Jahre Textil- und Lederausbildung der "Gh. Asachi" Technischen Universität in Iasi.
Die Ausbildung in Moldawien begann schon 1562 mit einer Lateinschule in Cotnari in der Nähe von Iasi. Im Jahre 1813 wurde die Gh. Asachi als höhere Ausbildungsstätte für Landvermesser und Ingenieure in Iasi gegründet und war die erste ihrer Art in Moldawien. Sie wurde später in die 1860 gegründete Universität eingegliedert. Die erste Textiltagung fand 1921 in Iasi statt.
Die erste eigenständige Hochschule für Textil und Textiltechnologie wurde 1934 in Bukarest gegründet und die aufstrebende Textilindustrie in Rumänien führte 1952 zur Gründung der Hochschule für Textil- und Ledertechnologie in Iasi. Seit 1955 ist die Hochschule eine Fakultät innerhalb der Gh. Asachi Universität. Im Zuge der Weiterentwicklung und Anpassung an die Wirtschaft erfolgte 2007 die Umbenennung in "Fakultät für Textilien, Leder und industrielles Management". Der Lehrkörper umfasst zur Zeit 100 Akademiker und über 1300 Studenten. Die Fakultät verleiht folgende Titel: Bachelor of Science, Master of Science und den Doktor-Grad auf den Gebieten der angewandten Technologie, Chemie und Management.

Die Plenarvorträge für beide Tagungen befassten sich im 1. Teil
mit Elektronik in Textilien, flammhemmende Ausrüstung von Baumwolle, Textilkomfort und Neuheiten im Bereich der Flachstrickerei.
Im 2. Teil waren die Themen Kompressionsbekleidung, Wärme- und Feuchtetransport bei Unterwäsche und eine neue Kettenwirktechnologie zur Herstellung von Netz-Formlingen zum Einsatz bei leichten Composite-Artikeln.

Die Vorträge der Parallelveranstaltungen waren in einzelnen Themengruppen zusammengefasst.

Bei der CORTEP-Tagung waren dies Modedesign und Produktenwicklung, Textilentwicklungen in Forschung, Strukturen und Technologie, Ökologie bei der Textil- und Lederverarbeitung, Schuhdesign und Technologie, Neuentwicklungen in der Textilausrüstung, Funktionstextilien und Bekleidung.

Bei der IFWS/IFKT-Tagung waren dies Simulation und Gestaltung, Neuheiten in der Maschentechnologie und im Wirk- und Strick- maschinenbau, funktionelle und technische Maschenwaren und Qualitäts- und Prüfwesen bei Maschenwaren.

Das Hotel bot genügende Wandfläche um die insgesamt 88 Poster-Präsentationen informativ darzustellen. Darin wurden ergänzend zu den Vorträgen in kurzer Form Forschungsarbeiten und Ergebnisse auf dem Textil- und Ledersektor bekannt gemacht.

Die Tagung bleibt allen Teilnehmern durch ihre hervorragende Organistaion, ihren guten fachlichen und kulturellen Inhalt in sehr guter Erinnerung. Der Dank gilt Frau Mirela Blaga, Frau Mariana Ursache, Herrn Dorin Dan und allen Mitarbeitern im Hintergrund, die zum Gelingen der Tagung beigetragen haben.

Anläßlich der Generalversammlung wurde Herr Prof. Dr. Weber für weitere 2 Jahre in seinem Amt als Generalsekretär bestätigt. Der 47. Internationale Kongreß 2014 wurde an die Sektion Türkei in Izmir vergeben. Zur Präsidentin wurde Frau Prof. Dr. Arzu Marmarali gewählt.

Kulturprogramm
Von den vielen historischen Sehenswürdigkeiten rund um Sinai wurde der Besuch des Peles-Schlosses in das Programm integriert. Das Schloß wurde in mehreren Etappen zwischen 1873 und 1914 erbaut und 1883 von König Carol I eingeweiht, unter dessen Regierung Rumänien seine Unabhängigkeit erlangte. Die Baukosten betrugen nach heutigen Maßstäben 120 Mio. US$.

Viele Teilnehmer nahmen ein weiteres Besuchsangebot wahr und besichtigten die 1211 gegründete Stadt Brasov (früher Kronstadt), die noch einen gut erhaltenen historischen Kern hat, heute aber eine bedeutende Industrie aufweist.
Ein weiterer Besuchspunkt war das Schloß Bran (Tötzburg), das allgemein unter dem Begriff "Dracula Burg" bekannt ist. Das Schloß befindet sich an der Grenze zwischenTranssylvanien und der Walachei und diente zur Überwachung der Grenze. Das Schloß wurde 1920 der Sitz des rumänischen Königs. Die Familie wurde 1948 vertrieben und das Schloß dient heute als Museum.


Mitgliederversammlung und Fachtagung der Sektion Deutschland 2012
Sie fand am 8./9. Mai 2012 in Albstadt statt.
Sie finden den Bericht über die Mitgliederversammlung unter "Addresses>D>Mitgliedertagung 2012".

Der Vorsitzende, Herr Dipl.-Ing. Reinhard Helbig begrüßte die inzwischen neu hinzugekommenen Mitglieder, Gäste und Referenten und bedankte sich bei der Firma Groz-Beckert, dass wir heute Gäste bei der Firma sein dürfen. Der besondere Dank gilt Herrn Jetter und seinem Team von Groz-Beckert, die wesentlich zum Gelingen der Tagung beigetragen haben.

Vorträge und Präsentationen

1. Präsentation der Firma Groz-Beckert durch Herrn Eric Schöller, Mitglied der Geschäftsführung
Die 1852 von Theodor Groz in Albstadt gegründete Firma erzielte 2011 mit 7.500 Mitarbeitern in 150 Ländern einen Umsatz von 528 Mio Euro. Die Exportquote ist zurzeit 90%.
Die Etappen der Firma sind die 1937 mit Ernst Beckert durchgeführte Fusion zu Groz-Beckert. Produktionsstätten wurden 1960 in Indien, 1969 in Portugal und 1995 in China (nur für den Lokalmarkt) gegründet und 1993 wurde eine Firma in Tschechien übernommen. Die Firma beschäftigt in Europa 4.400 Mitarbeiter, davon 2.100 in Albstadt, in den USA 300 und in Asien 2.800 Mitarbeiter. Die Umsatzentwicklung ging kontinuierlich nach oben, mit Ausnahme 2009, zu heute 528 Mio Euro.
Die Produkte (70.000 Produkttypen !) verteilen sich auf
Knitting (Nadeln für Zylinder und Scheiben, Einrichtungen zum Zylinderwechsel)
Weaving
Felting (Nadeln, Düsen, Ganzstahlgarnituren)
Tufting (Nadeln, Greifer, Messer)
Sewing (Nadeln, Produkte zur Schuh-Herstellung)

Technische Textilien verdrängen wertmäßig die Bekleidungstextilien. In Deutschland betragen sie bereits 40%, wobei eine Steigerung um 3,8% erwartet wird, in China sogar um 8%.
Das Technologie- ud Entwicklungszentrum will Kunden in allen Bereichen ansprechen. Man hat mit dem Bau einer Brücke aus Textilbeton in Lautlingen erste Marksteine in der Entwicklung und Anwendung tech- nischer Textilien gesetzt.
Zur Sicherung qualifizierter Mitarbeiter für die Zukunft hat die Firma 190 Auszubildende mit jährlicher Aufnahme von 90 jungen Leuten, die von 12 hauptamtlichen Ausbildern betreut und an modernster Fertigungs- technologie geschult werden.
Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt mit Beginn 2013 ist die Einrichtung eines Kindergartens und einer Grundschule.

2. Antimikrobielle Ausrüstung - Fluch oder Segen?
Referent Herr Dr. Harald Lutz von der Firma CHT R. Beitlich GmbH, Tübingen

Die Motivation für antimikrobielle Ausrüstung sind allein in Deutschland 600.000 Infekte mit 40.000 Todesfällen. Wundinfektionskosten sind hoch, wobei Infektionen mit Staphylokokken sehr teuer werden können. In den USA schätzt man die Infektionsrate über Textilien auf 25%. Der Transfer erfolgt häufig über den Arbeitsplatz nach Hause.
Wichtig für die Forschung sind das Erkennen von Trends, die Analyse neuer Arbeitsgebiete , Entwicklungsprojekte mit neuer Chemie und daraus folgend die Wirkstoffauswahl mit der Gewährleistung von Sicherheit.
Der Einsatz von Silber ist humantoxikologisch unbedenklich. Es sind bis heute keine Resistenzen bekannt. Die Wirkung beruht auf der Störung der Zellteilung, der Zerstörung der Zellmembran und der De-Aktivierung des Zellstoffwechsels bei Bakterien.
Das Aufbringen des Silbers kann in die Faser erfolgen bei der Faser- herstellung oder auf die Oberfläche bei der Textilveredlung oder auch bei der Textilpflege. Die Waschbeständigkeit ist im ersten Fall hoch, in den anderen Fällen geringer.
Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass bei Silber bisher kein Einfluss auf die Hautflora festgestellt wurde.
Die Entsorgung der Silberpräparation in der Kläranlage ist möglich.
Die antimikrobielle Ausrüstung ist ein Glied in der Hygienekette, wobei allerding der Kampf gegen Bakterien noch lange nicht beendet ist.

3. Neuentwicklung von Produkten für die Maschenindustrie. Referent Herr Dipl.-Ing. Eric Jürgens, Firma Groz-Beckert
Das 2009 fertig gestellte Technologie- und Entwicklungszentrum TEZ hat eine produktionsnahe Ausstattung für eine zielgerichtete Projektarbeit, Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und Entwicklungsaufgaben für Kunden. Das TEZ umfasst Strick- und Wirkmaschinen, Webmaschinen, Tufting- und Nähmaschinen sowie Anlagen zur Vliesstoffherstellung. Fortschrittliche Labor-, Test- und Prüfeinrichtungen inklusive einem Schmierstoff-Labor dienen zur Untersuchung und Weiterentwicklung von Produkten.
Neue Entwicklungen sind feine Zungennadeln mit einer Nadeldicke von nur 0,18 mm. Sie werden eingesetzt bei einer Rechts/Links-Rundstrick- maschine der Firma Santoni mit einer Feinheit E80, 30" Durchmesser und 88 Systemen.
Weitere Nadelentwicklungen befassen sich mit Hochleistung im Dauer- betrieb durch Optimierung der Nadelgeometrie, Zungengeschwindigkeit und Backengeometrie. Dazu gehört auch die Entwicklung einer Leicht- laufnadel "litespeed", die eine Energieeinsparung bis 20% und daraus folgende eine Temperaturreduzierung um 20% erbringt.
Am Beispiel dieser Nadel zeigte er auf, wie lange es dauert, bis eine solche Entwicklung serienreif ist. Wegen Temperaturproblemen 1992 folgten bis 1995 Versuche und ein Prototy 1996/1997, der auch zur Patentanmeldung führte. Bis 2005 dauerte es dann, bis diese Nadel in Serie gehen konnte.
Die Zukunft gilt auch der Entwicklung und Herstellung von System- komponenten. Dazu zählt auch der "Zylinder-Master", eine Einrichtung, die es erlaubt, an R/L-Rundstrickmaschinen zeit- und kräftesparend Zylinder bis 200 kg Gewicht auszutauschen.

4. Technische Rundgestricke aus Edelmetall und Spezialgarnen.
Referent Herr Dip.-Ing. Alfred Buck, Firma Buck Maschinenbau GmbH, Bondorf

Der Referent beschrieb die derzeitigen Einsatzbereiche von technischen Gestricken seiner Firma. Dazu zählen die Schalldämpfung von Abgas- rohren, die Schwingungsdämpfung in Kupplungen und Gelenkwellen, Rußfilter aus Glasfasergestricken , Glasfasergestricke für Katalysatoren für 2-Takt-Motoren und Composites aus Kohlefasern. Die verschiedenen Produkte wurden durch Bilder näher veranschaulicht.
In der Medizintechnik laufen Versuche für Dämpfungselemente aus Titandraht für Bandscheibenersatzteile. Sie haben den gleichen E-Modul wie der Knochen und man erwartet einen beschleunigten Heilungsprozeß. Weitere Elemente sich für Hüftschalen in der Entwicklung.
Für den täglichen Einsatz im Haushalt wurde mit KESSI ein Drahtgestrick als Kalkabscheider für Tee- und Kaffeemaschinen im Handel angeboten.

5. Vom Wollpullover zum High-Tech-Gestrick
Referent Herr Dipl.-Ing. Martin Legner, Firma Stoll GmnH & Co. Reutlingen

Die Flachstricktechnologie hat sich von der Herstellung von Bekleidungs-Strickwaren zu einem Produktionsverfahren für vielseitige Produkte außerhalb der Bekleidung gewandelt.
Die heutigen Einsatzbereiche sind Medizintextilien, Implantate, Polster- und Bespannungseinrichtungen, Drahtgestricke, Composite-Artikel, Abstandsgestricke und vieles mehr.
Die CMS-HP-Maschinen, z.B. die CMS 530 HP, sind technisch so ausgestattet, dass eine Vielzahl von Produkten hergestellt werden können und auch Spezialfasern und Garne verarbeitbar sind. Gestricke können einflächig, als Schlauch, als Abstandsware und auch mit Schuss- eintrag hergestellt werden.
Ein weiteres Einsatzgebiet ergibt sich durch Formgestricke. Dazu zählen im Bereich der Bekleidung Komplettpullover, Intarsiengestricke und die Möglichkeit der Einarbeitung von Taschen. Im Medizinberich sind es maßgefertigte Kompressionsbekleidung, Implantate und orthopädische Artikel.
Ein weiteres Feld sind komplett gefertigte Sitzbezüge mit angestrickten Befestigungsschläuchen. Die einzelnen Produkte wurden durch viele Bilder veranschaulicht.

Besichtigungen

1. Technologie- und Entwicklungszentrum der Firma Groz-Beckert
Die Planung wurde im Jahre 2005 begonnen und in den Jahren 2007 bis 2009 baulich fertiggestellt. Die Investitionen für die 25.000 Qudratmeter große Nutzfläche betrugen 80 Mio Euro. Das Ziel war es, gemeinsam mit Kunden übergreifende Projekte für neue Produkte und Dienstleistungen zu ermöglichen.
In alle Bereichen wo Groz-Beckert mit Produkten vertreten ist, sind Verarbeitungsmaschinen vorhanden. Dies betrifft in der Maschentechnik Flachstrick-, Rundstrick-, Strumpf- und Kettenwirkmaschinen. In den anderen Bereichen sind es Webmaschinen, Nadelfilzmaschinen, Tuf- tingmaschinen und Nähmaschinen. Daneben werden auch komplette Baugruppen angeboten, z.B. Zylinder, Einrichtungen zum Wechseln von Zylindern an Rundstrickmaschinen oder Einziehsysteme für Fäden an Webmaschinen.
Im Entwicklungszentrum untergebracht sind ein umfangreiches Prüflabor und eine moderne Werkstatt für Auszubildende.
Das Entwicklungszentrum war zu weiträumig, als das man in dem zweistündigen Rundgang alle Details erfassen konnte. Es bleibt jedoch der Eindruck, dass die Firma als Global Player zur Bewältigung der Aufgaben in der Zukunft bestens vorbereitet ist.

2. Firma Karl Conzelmann in Albstadt-Tailfingen
Die Firma wurde 1920 in Tailfingen gegründet, ab 1942 wegen Materialmangels stillgelegt und ab 1953 als Familienbetrieb zur Herstellung von Damenunterwäsche und Miederwaren wieder neu aktiviert.
Schon früh wurde bewußt auf die Marke Nina v. C. gesetzt, auch ein Grund dafür, dass die Firma das Firmensterben auf der Schwäbischen Alb überlebt hat. Artikel werden unter Lizenz auch unter dem Namen Bruno Banani gefertigt.
Die Firma hat 110 Beschäftigte in Albstadt und den Werken in Portugal und Rumänien. Gefertigt werden pro Jahr 5 Mio Teile.
Heute erfolgt im Werk Tailfingen die Herstellung von Wäschestoffen auf Leibweiten-Rundstrickmaschinen. Bei diesen Maschinen stellte man schon früh auf die Feinheit E20 um und sicherte sich dadurch einen technischen Vorsprung. Meterware wird auf einigen Großrundstrickmaschinen her- gestellt und auch zum Teil zugekauft. Die Ausrüstung erfolgt bei einem Ausrüster in der Nähe, was kurze Bearbeitungszeiten gewährleistet.
Sämtliche Ware wird in Tailfingen auf modernsten Zuschnittautomaten zugeschnitten, die den Schnittabfall minimieren. Die Zuschnitt-Teile werden dann in die Werke Portugal und Rumänien zum Nähen und anschließenden Verpacken verschickt.
In Tailfingen erfolgt die Musterentwicklung mit 2 Kollektionen pro Jahr, der Verkauf und die Auslieferung der Ware.
Basisware ist im Lager immer vorhanden und kann sehr kurzfristig ausgeliefert werden. Die Stärke der Firma ist die ständige Lieferfähigkeit ihrer Basisware, was zu einem verlässlichen Kundenstamm führt.



Mitgliederversammlung und Fachtagung der Sektion Deutschland 2011
Sie fand am 16./17. Mai 2011 in Chemnitz statt.
Sie finden den Bericht über die Mitgliederversammlung unter "Addresses>D>Mitgliedertagung 2011".

Vorträge und Präsentationen

1. Technische Universität Chemnitz
Herr Dipl.-Ing. Elsner von der Professur Strukturleichtbau und Kunst- stoffverarbeitung berichtete über die TU Chemnitz. Sie wurde vor 175 Jahren gegründet und hat seit 2004 konstant 10.000 Studierende, davon 110 Doktorat-Studenten mit steigender Tendenz, 2.000 Mitarbeiter und 156 Lehrstühle. Für die 1.000 Forschungsprojekte stehen 40 Mio Euro aus externen Quellen zu Verfügung. Die Fakultät Maschinenbau hat 25 Mio Euro für Forschung zur Verfügung. An Investitionen sind in der Zukunft 250 Mio Euro geplant, davon 40 Mio € für die Bibliothek. Inzwischen wurden 100 Mio € in Gebäude investiert.

2. Zu breiteren und schnelleren Wirkmaschinen (WeftronicRS)
Herr Marcus Müller, Karl Mayer Malimo Textilmaschinenfabrik Chemnitz.
Der Referent stellte zuerst das aktuelle Maschinenprogramm seiner Firma vor.
Die Motivation zur Entwicklung einer neuen Maschine war der zunehmende Konkurrenzkampf durch in- und ausländische Mitbewerber, sich ständig ändernde Marktbedürfnisse, Stabilisierung der Maschinen- leistung auf ein hohes vom Kunden in der Praxis nutzbare Niveau und eine Vereinheitlichung von Hard- und Softwarekomponenten zu anderen Maschinentypen.
Im Einzelnen wurde die Maschinenleistung und der Warenausstoß gesteigert durch Vergrößerung der Arbeitsbreite auf 268", eine Leistungssteigerung um 20%, eine Optimierung des Grundaufbaus, die Anbringung des Hauptantriebs in der Maschinenmitte, Optimierung des Schusseintragssystems mit 30 Fäden und eine neue Schusszuführung. Die Sicherstellung und Verbesserung der Warenqualität wurde erreicht durch gleichmäßige Stehfadeneinläufe im Lieferwerk und Umlenkwalze mit Mittenabstützung, kurze Fadenwege für Wirkfäden und den Waren- abzug als Modul mit elastischer Entkoppelung. Die Verbesserung der Bedienbarkeit wurde erreicht durch kurze Wege für den Maschinen- bediener, ein Touch-Panel, die Mustereinrichtung und den Leiteraufstieg und Antrieb an der rechten Seite und eine optimierte Arbeitsbreiten- verstellung um maximal 60".
Der weltweite Kundenservice Karl Mayer Teleservice Plus erlaubt den Maschinenzugriff in Echtzeit beim Kunden und eine schnelle Fehler- analyse.
Die Produktpalette der Maschine sind Werbeträger, Beschichtungsträger, Armierungen, Putzträger im Bauwesen und einiges mehr.

3. Funktionalisierung von Verbundgewirken
Herr Dipl.-Ing. Reinhard Helbig, Sächsisches Textilforschungsinstitut Chemnitz.
Der Referent gab eine Übersicht über den Einsatz von Sensoren/ Sensorfäden bei Geo- und Bautextilien und bei faseroptischen Strukturen. Die Sensorfasern werden als Stehfäden in Gewirke/ Verbundtextilien eingebunden. Diese Textilien können zur Bewehrung und Überwachung eingesetzt werden. Man hat hier eine optimale Verbindung zwischen Sensor und Meßobjekt, wobei das Textil eine Schutzfunktion für den Sensor übernimmt. Durch die Lagefixierung bei faseroptischen Strukturen kann die Strukturintegrität erfasst werden und eine Schadenreduzierung erreicht werden. Anwendungen ergeben sich im Erdbau, Deich- und Dammbau, wo die Messung der Dehnung der optischen Faser Aufschluß über mögliche Verschiebungen ergibt.

4. Quo vadis Textilindustrie in den neuen Bundesländern?
Herr Bertram Höfer, Verband der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. Chemnitz
Der Referent betonte, dass die textile Kette in den neuen Bundesländern noch lückenlos ist. 42% des Umsatzes von 1,6 Mrd € entfallen auf technische Textilien, 30% auf Heimtextilien und der Rest auf Mode und Bekleidung. Zu schaffen machen der Industrie die stark gestiegenen Rohstoffpreise und vor allem die Produktpiraterie, die allein in Sachen mehrere Millionen Euro Schaden pro Jahr verursacht. Vor der Zukunft braucht man nicht bange sein, weil die Branche sehr innovativ ist und laufend neue Produkte auf den Markt bringt.

5. CETEX, Institut für Textil- und Verarbeitungsmaschinen gemeinnützige GmbH, Chemnitz
Der geschäftsführende Direktor, Herr Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Heinrich, gab einen Überblick über die Entwicklung des Instituts. Es wurde 1957 gegründet, stand dann als gGmbH bis 1994 unter der Aufsicht der Treuhand und wurde 2007 umfirmiert. Das Institut hat heute 42 Mitarbeiter und befaßt sich aktuell mit Abstandstextilien, konturgerechter Fertigung von Sitzen und Matratzen mit einstellbarer Härte in 7 Zonen. Randflächen sind auf der Maschine konturierbar.
Weitere Projekte sind unter anderen der Lärmschutz bei Pumpen, Filter für Abtötung von biologisch kontaminiertem Trinkasser und Bereiche im Bauwesen.

6. 46. Internationaler Kongreß 2012 in Rumänien
Der Internationale Sekretär, Herr Prof. Dr. Weber, gab eine Vorschau auf den nächsten Kongreß 2012 in Rumänien. Dieser findet vom 6. - 8.September 2012 in Sinaia, einer Stadt mit historischer Vergangenheit statt. Er wird von der rumänischen Landessektion unter Leitung von Frau Prof. Dr. Mirela Blaga organisiert. Die Sektion ist an der Technischen Universität "Gheorge Asachi" in Iasi angesiedelt. Die Hochschule wurde 1934 gegründet, hat 8 Fakultäten, eine Abteilung für Doktoranden, 9 Forschungsgruppen und über 1100 Studenten. 120 Personen sind in der akademischen Lehre tätig.

7. Danksagung
Zum Abschluß der Veranstaltung am Vormittag bedankte sich Herr Prof. Schäch bei den Referenten für ihre interessanten Vorträge, bei der TU Chemnitz und der CETEX für die Organisation und Bereitstellung des Tagungsraumes und der Konferenztechnik und nicht zuletzt bei den Firmen und Instituten, die ihre Tore zu einer Besichtigung geöffnet haben.

Besichtigungen

1. Labor der Professur Strukturleichtbau und Kunststoff- verarbeitung an der TU Chemnitz
Die Teilnehmer konnten dort modernste Maschinen zur Kunststoff- verarbeitung in Betrieb besichtigen, die die Durchführung der diversen Forschungsaktivitäten des Instituts ermöglichen.

2. CETEX, Institut für Textil- und Verarbeitungsmaschinen gemeinnützige GmbH, Chemnitz
Der Besuch des Instituts zeigte den Teilnehmern neben Prüf- und Meßgeräten einen modifizierten Maschinenpark zur Bearbeitung von Auftragsprojekten für die Industrie.

3. Firmen SPIGA GmbH und PRESSLESS GmbH, 09569 Falkenau
Herr Mach führte die Teilnehmer durch den sehr modernen Maschinen- park beider Firmen. Die Gesamtinvestitionen sind 40 Mio €, die durch Eigenkapital, Lieferantenfinanzierung, Fördermittel und rückzahlbare Zuschüsse aufgebracht wurden. Auf insgesamt 62 modernen Maschinen werden Spitzenstoffe und Abstandstextilien hergestellt.

Industriemuseum Chemnitz
Für Teilnehmer, die schon am Sonntag anreisten, gab der Besuch des Industriemuseums interessante Einblicke über die Entwickung der Industrie und besonders der Textilindustrie. Die Entwicklung der Textilmaschinen- und Automobilindustrie in den vergangenen 150 Jahren konnte nachverfolgt werden.



45. International Congress of the IFKT, May 26 - 29, 2010 in Ljubljana/Slowenien
Every two years the congress is organised by another national section. This 45. IFKT congress joined 2 other international textile symposia - the ISNT (International Symposium of Novelties in Textiles) and the ISNG (International Symposium on Novelties in Graphics). The participants could select their lectures out of 4 parallel congress sections. All 3 congresses were applied at the Ministry of Higher Education and Science as scientific events with in total 9 plenary lectures, 79 scientific presentations, 112 poster presentations and round table discussions with participants from 30 different nations.
The Knitting Federation with IFKT congress had more than 50 participants coming from over 16 countries worldwide. The congress had 2 plenary lectures and opened 7 different sections:
* knitting management
* knitted structures, modelling
* properties, quality and testing of knitted fabrics
* knitted structures
* knitted technical textiles
* education and design
* poster presentations
In total there were 26 scientific presentations and 17 poster presentations to current research results. Many presentations gave the opportunity for further questions and discussion. Following these discussions, a lot of ideas for new research and development came up. This congress is a unique opportunity to meet scientists and researches specialized in the knitting area. Furthermore, other disciplines in the field of textile and graphic design came together in fruitful discussions. The organizers from the Faculty of Natural Sciences and Engineering from University of Ljubljana have created a perfect platform for new concepts and cooperation, which enables research proposals and knowledge exchange especially for new European funded projects.
General Assembly
After 20 years activity as International Secretary of the IFKT Prof. Schäch resigned from this activity. He said that his job in the "knitting family" was not difficult because all colleagues supported him in his work. He wished that this good cooperation should be continued to his successor.
Prof. Dr.-Ing. Marcus Weber from the University of Niederrhein at Mönchengladbach/Germany, a well known member of the IFKT for long years, was elected unanimously as International Secretary of the IFKT for the period 2011 - 2012.
The General Assembly appreciated unanimously Prof. Shinwoong Park, Ph.D., from Korea as an Honorary Member of the IFKT. He is a long-standing and very active member of our federation
The next 46. International Congress 2012 takes place in Iasi/Romania. President is Mrs. Mirela Blaga, Ph.D. from the university of Iasi.
The 47. International Congress 2014 is announced to Turkey.